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MPU-Ablauf: Wie läuft der „Idiotentest“ im Detail ab?

Bei der MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) wird geprüft, ob ein Verkehrssünder für das Führen eines Kraftfahrzeuges im öffentlichen Straßenverkehr geeignet ist. Doch wie sieht eigentlich der detaillierte MPU-Ablauf aus? Was sind die einzelnen Stationen einer solchen Untersuchung?
MPU-Ablauf: Wie läuft der "Idiotentest" im Detail ab?

Die MPU besteht standardmäßig aus festgelegten Stationen. Abweichungen im MPU-Ablauf gibt es normalerweise keine.

Grundsätzlich läuft die medizinisch-psychologische Untersuchung immer nach demselben Schema ab. Abweichungen gibt es in der Regel keine, sodass eine gezielte Vorbereitung möglich ist. Lediglich die Reihenfolge der einzelnen Stationen kann sich von Prüfling zu Prüfling unterscheiden

Insgesamt durchläuft man bei einer standardmäßigen medizinisch-psychologischen Untersuchung vier Stationen. Für diese vier Stationen sollte man in der Regel insgesamt drei bis vier Stunden einplanen. Teils kann die Prüfung aber auch einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Dies hängt von den Fragen, den Antworten und den Gründen für die MPU ab.

Vorbereitungen

Wenn man den Führerschein abgeben musste, dann geht man nicht einfach zu einer Begutachtungsstelle und lässt sich aus medizinisch-psychologischer Sicht untersuchen. Zuerst einmal muss man einen Wiedererteilungsantrag bei der Führerscheinstelle einreichen, um den Stein ins Rollen zu bringen.

Die Führerscheinstelle prüft nun, ob alle Voraussetzungen dafür erfüllt sind, an einer MPU teilnehmen zu können. Ist dies der Fall, erhält der zukünftige Prüfling grünes Licht und kann die MPU bei einer Begutachtungsstelle seiner Wahl beantragen. Die Begutachtungsstelle erhält daraufhin die Führerscheinakte des Prüflings und bekommt mitgeteilt, weshalb dem Verkehrssünder der Führerschein überhaupt entzogen wurde. Der hier genannte Grund legt den Fokus für die spätere MPU fest.

Sind alle bisherigen Formalien geklärt, muss der Prüfling die MPU bezahlen. Ist dies geschehen, erhält er einen Termin für die endgültige Untersuchung. Der eigentliche MPU-Ablauf startet.

1. Station: Der Fragebogen

Eine jede MPU startet mit dem Ausfüllen verschiedener Fragebögen. Hierbei geht es nicht nur um allgemeine persönliche Informationen, sondern auch um fundierte Fragen zur Gesundheit des Prüflings. Die hier angegebenen Informationen werden stets vertraulich behandelt – das gilt übrigens für alle Angaben, die im Rahmen der MPU gemacht werden.

Sollten beim Ausfüllen des Fragebogens Fragen auftreten, so kann sich der Prüfling an einen Ansprechpartner innerhalb der Prüfungsstelle wenden. Auf eine Richtigkeit der Angaben wird großer Wert gelegt.

2. Station: Der Leistungstest

Die zweite Station einer MPU ist der Leistungstest. Hier werden vor allem das Denkvermögen, die Reaktionsfähigkeit und das logische Denken überprüft. Der Testumfang unterscheidet sich dabei von Prüfling zu Prüfling, da die spezifischen Fragen und der Umfang der Untersuchung an den Prüfling angepasst werden. Diese Anpassungen resultieren vor allem aus der Einschätzung eines Verkehrspsychologen, der dem Leistungstest beiwohnt.

Bei diesem Test wird jeder Prüfling exakt entsprechend der Aufgabenstellung eingewiesen – der Leistungstest wird also so verständlich wie möglich erklärt. Auch hat der Prüfling die Möglichkeit, die Funktionsweise des Computersystems, das beim Leistungstest eingesetzt wird, vor der eigentlichen Prüfung auszutesten. Für das Absolvieren dieses Prüfungsteils sind natürlich keine Computerkenntnisse notwendig.

3. Station: Die medizinische Untersuchung

Dieser Teil der MPU besteht unter anderem aus einem mündlichen Teil. So muss der Prüfling einem Arzt seine gesamte gesundheitliche Vorgeschichte erzählen. Ferner müssen Angaben über kürzlich eingenommene Medikamente gemacht werden.

Die Fragen der medizinischen Untersuchung basieren stets auf den für die MPU erforderlichen Informationen. So fällt bei einem Alkohol- oder Drogendelikt im Straßenverkehr die Fragestellung zum Drogenkonsum stets umfangreicher aus als es etwa bei zu vielen Punkten in Flensburg der Fall wäre. Auch eine Blutuntersuchung findet in der Regel nur bei Personen statt, die aufgrund eines Drogen- oder Alkoholdeliktes ihren Führerschein verloren haben.

4. Station: Das psychologische Gespräch

Dieser Punkt ist bei den meisten Prüflingen der am meisten gefürchtete Teil der gesamten medizinisch-psychologischen Untersuchung. Gleichzeitig ist das psychologische Gespräch auch die längste und umfangreichste Station. Der Psychologe stellt hierbei keine juristischen Fragen, sodass auch eine Rechtfertigung durch den Prüfling nicht notwendig ist. Vielmehr geht es hierbei um die Ursachen für die Auffälligkeiten im Straßenverkehr sowie um die Konsequenzen, die der Prüfling daraus gezogen hat.

Besonders wichtig ist bei diesem Teil der Prüfung die natürliche und ehrliche Beantwortung der Fragen. In den meisten Fällen kann der Psychologe sofort erkennen, ob die Angaben der Wahrheit entsprechen oder nicht. So sollte sich der Prüfling an dieser Stelle nicht in schöne Wörter und erfundene Geschichten verwickeln – sinnvoller ist eine ehrliche Beantwortung der Fragen.

Erhält man das Gutachten direkt nach dem regulären MPU-Ablauf?

In den meisten Fällen wird dem Prüfling das Ergebnis unter Vorbehalt noch am Prüfungstag selbst mitgeteilt. Das offizielle Gutachten erhält der Prüfling jedoch erst nach maximal 14 Tagen, da teils noch Blutuntersuchungen und andere Befunde gesammelt werden müssen. Mithilfe des zugesandten Gutachtens kann der Verkehrssünder seinen Führerschein schließlich bei der Fahrerlaubnisbehörde zurückerlangen.

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