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Alcolock – Alle Infos über die Alkohol-Wegfahrsperre

Alcolock - Alle Infos über die Alkohol-Wegfahrsperre

Ein Alcolock im Auto verhindert, dass man das Fahrzeug mit Alkohol im Blut starten kann.

Der Begriff Alcolock ist ein Synonym für eine Alkohol-Wegfahrsperre, die in Kraftfahrzeuge eingebaut werden kann und dafür sorgt, dass der Motor ab einem bestimmten Promillewert des Fahrers nicht mehr anspringt.

Der Alcolock ist unter anderem auch als Alkohol-Zündschlossperre oder Alkohol-Interlock bekannt.

Die Technik funktioniert zwar und hält Fahrer mit einer Affinität zu Alkohol erfolgreich von betrunkenen Fahrten ab, jedoch steht die Alkohol-Wegfahrsperre auch häufig in der Kritik – insbesondere in Deutschland.

Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie der Alcolock funktioniert, wie teuer der Einbau ist, wie die einzelnen Länder Alcolocks rechtlich behandeln und welche Probleme bzw. Kritikpunkte es gibt. 

Mobile Alkoholtester als Alternative

Die wichtigsten Fakten in Kürze

  • Motor startet nicht, wenn beim Alkoholtest Alkohol beim Fahrer festgestellt wurde
  • Verpflichtende Alcolocks verstoßen in Deutschland gegen das Grundgesetz
  • Technische Manipulationen sind immer möglich
  • Der Einbau ist relativ teuer
  • Alcolocks eignen sich vor allem zur Selbstkontrolle

Wie funktioniert der Alcolock?

Nach dem Umdrehen des Schlüssels startet der Alkoholtest

Der Alkoholtest erfolgt, nachdem man den Schlüssel umgedreht hat. Der Test entscheidet, ob der Motor startet.

Der Alcolock besteht grundsätzlich aus zwei Geräten: Einem Handmessgerät, welches im Auto als digitaler Alkoholtester fungiert, und einer Steuereinheit, die unter dem Armaturenbrett verbaut wird und die Verbindung zum Auto herstellt.

In der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung erklären wir die typische Funktionsweise von Alkohol-Wegfahrsperren:

  1. Der Schlüssel wird umgedreht und die Zündung somit betätigt.
  2. Der Fahrer wird aufgefordert, den Alkoholtest durchzuführen.
  3. Der Fahrer muss pusten, wie man es von typischen Alkoholtestern kennt.
  4. Das Gerät berechnet nun den Alkoholgehalt in der Atemluft und gibt diesen als Ergebnis aus.
  5. Der Grenzwert kann zuvor frei programmiert werden. Hier macht natürlich die gesetzliche Promillegrenze des jeweiligen Landes Sinn.
  6. Möglichkeit A): Der Wert liegt über dem einprogrammierten Grenzwert. Der Motor springt nicht an, da der Anlasser von der Steuereinheit blockiert wird.
  7. Möglichkeit B): Das Ergebnis liegt unter dem einprogrammierten Wert. Der Strom wird freigegeben, sodass der Motor anspringt und das Auto bedient werden kann.

Bei einem Alcolock sollte natürlich nur die zuverlässigste Technik verwendet werden, sodass Fehlalarme möglichst vermieden werden. Normalerweise wird dieselbe Technik verbaut, wie es auch bei hochwertigen, digitalen Alkoholtestern der Fall ist. Der Alkoholgehalt in der Atemluft wird letztendlich mit Hilfe eines elektrochemischen Sensors gemessen und ausgewertet.

Die meisten Alcolocks speichern die Ergebnisse (gemessene Werte, Datum, Uhrzeit, etc.) ab. Das macht vor allem dann Sinn, wenn die Alkohol-Wegfahrsperre in einem gewerblichen Auto verbaut wurde und dieses von verschiedenen Fahrern benutzt wird (zum Beispiel aufgrund von Schichtdiensten). Mit diesen gespeicherten Werten kann bezeugt werden, dass die jeweiligen Fahrer nicht unter dem Einfluss von Alkohol gefahren sind.

Wie teuer ist der Einbau einer Alkohol-Wegfahrsperre?

Wie teuer ist der Einbau eines Alcolocks?

Wer einen Alcolock in seinem Auto haben möchte, muss tief in die Tasche greifen.

Grundsätzlich kostet der Einbau zwischen 1.000,00 und 2.000,00 Euro. Momentan bietet lediglich der schwedische Autohersteller Volvo den Einbau ab Werk an. Ihr eigenes System heißt dabei Alcoguard. Alle anderen Autofahrer müssen den Alcolock nachrüsten lassen.

Bei den Kosten sollte man nicht vergessen, dass der Alkoholtester regelmäßig (alle sechs bis zwölf Monate) kalibriert werden muss. Die Kalibrierung erfolgt durch den entsprechenden Hersteller und kostet ebenfalls Wartungsgebühren.

Wie sieht die gesetzliche Situation aus?

In einigen europäischen Ländern ist es teilweise so, dass Autofahrer, die bereits alkoholauffällig geworden sind, ihre Fahrerlaubnis erst dann zurückerhalten, wenn sie einen Alcolock in ihr Fahrzeug einbauen lassen. Das ist beispielsweise in den Niederlanden der Fall.

Bei Alcolocks handelt es sich zwar nicht um eigenständige Therapien, die das Alkoholproblem an der Wurzel behandeln, jedoch unterstützen sie laufende Therapien und helfen den betroffenen Personen dabei, stark zu bleiben. Im schlimmsten Fall halten sie den Fahrer gegen seinen Willen von einer Straftat ab.

In Deutschland sieht die Sache allerdings etwas anders aus, da Alcolocks gegen das Grundgesetz verstoßen (Eigentumsrecht und Allgemeine Handlungsfreiheit). Des Weiteren kann die Aufzeichnung der Alcolock-Ergebnisse gegen die Datenschutzrichtlinien verstoßen. Das gilt natürlich nur, wenn Fahrer gezwungen werden, solche Alkohol-Wegfahrsperren in ihr Auto einbauen zu lassen.

Dennoch ist man auch in Deutschland Alkohol-Wegfahrsperren gegenüber grundsätzlich positiv aufgeschlossen. Sie können beispielsweise als freiwillige Bewährungsauflage eingesetzt werden, wenn Fahrer bereits mit Alkohol am Steuer erwischt wurden. Sie können dem Fahrer eben nur nicht als Pflicht auferlegt werden – zumindest nicht in Deutschland.

Probleme und Kritikpunkte

Der Alcolock steht in einigen Punkten in der Kritik

Der Alcolock ist äußerst hilfreich, sorgt aber auch nicht für einen 100-prozentigen Schutz.

Abgesehen vom Verstoß gegen das geltende Grundgesetz, gibt es noch weitere Kritikpunkte, die gegen den Einsatz von Alcolocks sprechen:

  • Technische Manipulationen
    Wer lange genug probiert, der wird früher oder später eine Möglichkeit finden, um den Alkoholtester im Auto zu manipulieren. Die Hersteller sind allerdings so gut es geht gewappnet: Man kann beispielsweise nicht einfach eine Luftpumpe benutzen, um den menschlichen Atem zu simulieren. Die Alkoholtester reagieren auf Parameter wie Feuchtigkeit, Temperatur und Druck. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Geräte ausgetrickst werden. Eine Studie aus den USA zeigt jedoch, dass Manipulationen nur äußerst selten vorkommen.
  • Beifahrer pustet
    Dieses Argument kam auch uns zuerst in den Sinn: Der Beifahrer pustet einfach in den Alkoholtester, wobei der Betrunkene danach die Kontrolle über das Fahrzeug übernimmt. Hierbei stellt sich jedoch eine Frage: Wieso sollte der Beifahrer pusten, anstatt selbst zu fahren? Wer eine betrunkene Person ans Steuer lässt, der riskiert schließlich sein eigenes Leben. Dieser Punkt kann bei Normaldenkenden also außer Acht gelassen werden.
  • Kosten
    Wie wir bereits erwähnt haben, muss man für Alcolocks tief in die Tasche greifen. Bei einem solchen Preis kann man sie prinzipiell gar nicht zur Pflicht für alkoholauffällige Fahrer machen.
  • Zuverlässigkeit
    Wenn technische Geräte so stark in den Alltag integriert werden, dann müssen sie zu 100% funktionieren. Jedoch gab es in der Vergangenheit immer wieder Berichte über Fehlalarme, obwohl der jeweilige Fahrer überhaupt keinen Alkohol konsumiert hat. Letztendlich handelt es sich auch nur um ein Stück Technik, das jederzeit versagen kann.

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Robert Mak
1. März 2017 um 17:29 Uhr

Ich finde, dass sich Autolocks sehr wohl bewehren werden. Allerdings kann es nicht sein, dass sich Autolocks nur die Oberschicht leisten wird können. Denn schließlich sollte es um Verkehrssicherheit gehen, und vor all dem eine Möglichkeit bis jetzt alkoholauffälige Lenker eine neue Chance zu geben. Alkohol ist ein großes Problem, welches leider all zu oft viel zu spät erkannt wird. Wie die Studien eindrucksvoll beweisen, sind lange Entzugszeiten keinesfalls geeignet abschreckend zu wirken. Vielmehr sollte einerseits das Alkoholproblem an den Wurzel gepackt werden, kombiniert mit Einbau für jedermann leistbares Alkolocks. Ich bin überzeugt, dass diese Maßnahme geeignet ist, dass in Hinkunft kein einziger Alkolenker(in) aufzulesen sein wird.

gerrit grabowski
9. Juni 2017 um 03:16 Uhr

eine bremse kann auch technisch versagen. abs auch. auch ein reifen kann bei 290km/h auf der autobahn platzen.und ja,KANN alles sein,jedoch… ist genau der richtige angang, menschen zu helfen, nicht straffällig zu werden…
und, versuch macht kluch, da kann lebensweg erleichtern… u.s.w.
auch leute die ins all fliegen wollten, kanen nicht wieder zurück, obwohl es scheinbar sicher war.

hat echt ne dicke stange geld gekostet, das mit dem allfliegen